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Ein wichtiger Schritt für mehr Wirtschaftlichkeit

VWS testet Omnibuszug zur Fahrgastbeförderung

Um angemessen auf die demografische Entwicklung und steigende Treibstoff- und Personalkosten zu reagieren, hat die Verkehrsbetriebe Westfalen Süd GmbH (VWS), ein Unternehmen der Wern-Group, am Dienstag, den 26. August eine Alternative für den ÖPNV in Südwestfalen präsentiert: Einen Omnibuszug der Fa. Göppel-Bus GmbH.

Hierbei handelt es sich um einen Bus mitsamt Personenanhänger, der testweise – auch im Linienverkehr - zum Einsatz kommt. So wird geprüft, ob ein solches Gespann einen Beitrag zur effizienten Durchführung des Linienverkehrs in der Region leisten kann. Dank des Buszuges können zugleich viele Fahrgäste befördert und die Betriebskosten gesenkt werden. Betriebsleiter Gerhard Bettermann hierzu: „Auch vor dem Hintergrund unserer wirtschaftlichen Lage stehen wir Innovationen stets offen gegenüber. Nur so kann unsere unternehmerische Entwicklung weiterhin positiv beeinflusst werden“. Denn erklärtes Ziel ist nach wie vor die Reduzierung der Kosten im täglichen Betriebsablauf. Der Omnibus mit Anhänger wird dem gerecht. Der Anhänger, in dem zusätzlich rund 90 Personen Platz finden können, wird dabei einfach an einen regulären Omnibus, der rund 95 Kunden Platz bietet, angehangen. Die Lösung zeichnet sich durch ein hohes Maß an Flexibilität aus und ermöglicht eine bessere Reaktion auf das tatsächliche Fahrgastaufkommen in den verschiedenen Nachfragezeiträumen. In den Verkehrsspitzenzeiten, insbesondere im Schüler- und Berufsverkehr, erreicht ein Buszug höhere Platzkapazitäten als ein Gelenkbus, während in Zeiten geringerer Nachfrage und an den Wochenenden das Zugfahrzeug kostengünstig solofahrend eingesetzt werden kann. Zudem kann – je nach Fahrgastfrequenz - lediglich ein Omnibuszug anstelle von zwei Einzelbussen fahren, was wiederum eine Senkung der Personalkosten ermöglicht. „Nun gilt es zu testen, wie sich das 23 m lange Fahrzeug in der Region bewährt“, so Bettermann.

Bereits in den 40ziger und 50ziger Jahren kamen diese Omnibuszüge bei der Siegener Kreisbahn zum Einsatz. Im Jahr 1960 wurde der Einsatz von Anhängern zur Personenbeförderung untersagt, da diese damals den Verkehrsfluss beeinträchtigten. Heute ist deren Verwendung jedoch mit einer Ausnahmegenehmigung wieder möglich. Bereits einige ÖPNV-Betriebe machen davon Gebrauch, so dass die Zahl der Buszüge aktuell ansteigt.

Aufmerksam wurde die VWS auf diese Alternative im Rahmen intensiver Recherchen. Dabei stieß man auf einen Vorreiter auf diesem Gebiet – den Verkehrsbetrieb Hüttebräucker in Leichlingen. Bereits seit geraumer Zeit setzt das Unternehmen unter der Leitung von Udo Hüttebräucker die Bus-Anhänger-Gespanne sehr erfolgreich im Bergischen Land ein. „Wir haben Kontakt aufgenommen und uns das Fahrzeugsystem vor Ort sehr genau angeschaut“, erklärt Geschäftsführer Klaus-Dieter Wern und ergänzt: „Auch für uns sehen wir darin eine sinnvolle Alternative und möchten so den ÖPNV in unserer Region weiter entwickeln“.